Der Forschungsbereich User-Centered Computing am Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik entwickelt Systeme und Technologien, die den Menschen ins Zentrum ihrer gesamten Entwicklung stellen. Effektive und personalisierte Unterstützung von Aufgaben bei gleichzeitiger Anpassung an die Arbeitsumgebung sind das Ziel. Über 20 Jahre Erfahrung in der Mensch-Maschine-Interaktion und Kontextanpassung ermöglicht es uns, die menschengerechte Gestaltung von intelligenten Umgebungen (Ubiquitous Computing) und Informationstechnik (Usability Engineering) sowie Web Compliance und Barrierefreiheit in ihrem jeweiligen Kontext umzusetzen.

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Noldus Information Technology ist ein mittelständisches Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von Lösungen zur quantitativen Abschätzung menschlichen Verhaltens spezialisiert hat. Das Unternehmen entwickelt Werkzeuge und Methoden in Zusammenarbeit mit Kunden und Forschern. Darüberhinaus ist Noldus als Technologiepartner seit vielen Jahren immer wieder in Forschungsprojekten aktiv, in denen die Forschungspartner Noldus-Produkte verwenden und validieren können. Zugleich eröffnen Forschungsprojekte die Möglichkeit, relevante neue Technologien zu entwickeln, sowohl für den heutigen wissenschaftlichen Mainstream als auch für die morgigen Bedürfnisse der Verhaltensforschung.

Mit PeopleTracker hat Noldus eine Softwarelösung erschaffen, die Augen und Ohren am Puls der Zeit hält. Mit Standard-Kameratechnik ist es möglich, vollautomatisch den Aufenthaltsort mehrerer Personen in Echtzeit zu bestimmen, sowohl in Gebäuden als auch draußen. Zur weiteren Analyse der Positionsdaten setzt Noldus TrackLab ein, das im Rahmen des Projekts weiterentwickelt werden wird. Durch TrackLab können interaktive Systeme realisiert werden, die dynamisch auf systematische Veränderungen der Positionsdaten reagieren.

Auch in anderen Bereichen kreiert Noldus innovative Produkte, die im Forschungsumfeld eingesetzt werden. Mit DriveLab ist nun eine Verhaltensbeobachtung von Autofahrern unter realistischen Bedingungen möglich. DriveLab ist ein modulares System und kombiniert z.B. einen Fahrsimulator, Kameras und ein Eyetrackingsystem. Möglich und denkbar sind allerdings auch physiologische Sensoren, wie Puls- und Blutdruckmessegräte. Die Daten werden durch DriveLab zusammengeführt. So können Forscher Sensordaten verschiedener Messgeräte synchronisiert betrachten und daraus Rückschlüsse ziehen.

Basierend auf ihren umfangreichen Erfahrungen im Bereich von Algorithmen und Sensorsystemen zur Verhaltensforschung wird die Firma Noldus vor allem Lösungen an der Schnittstelle zwischen dem Leben innerhalb und außerhalb der Wohnung entwickeln. Forschungsergebnisse der universitären Partner und von FutureShape werden durch Noldus zusammen mit Avinotec umgesetzt.

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Die Universität Siegen ist Projektkoordinator des Projekts Cognitive Village. Es sind verschiedene Lehrstühle und Arbeitsgruppen aller 4 Fakultäten der Universität im Konsortium vertreten, die durch den Forschungskolleg “Zukunft menschlich gestalten” (FoKoS) auch innerhalb der Universität geeint sind. FoKoS wird zur nachhaltigen Einbindung des Projekts in die Universität beitragen und helfen, Cognitive Village zu einem Gravitationszentrum für weitere Forschungsaktivitäten zu gestalten.

Die Forschungsgruppe um die Juniorprofessur für Mustererkennung erstellt zusammen mit den Industriepartnern (insbesondere Noldus) den IKT-Kern des Systems, nämlich die serverseitige, adaptive Auswertungssoftware. Darüber hinaus werden hier Algorithmen zur Szenenanalyse entwickelt, die direkt auf dem mobilen Gerät (z.B. JINS MEME) ausgeführt werden.

Der Lehrstuhl für Embedded Systems stellt zusammen mit Avinotec die zuverlässige und echtzeitfähige hierarchische Kommunikationsinfrastruktur bereit, indem die verschiedenen Sensoren und flexible Sensorsysteme in die Systemarchitektur eingebunden werden.

Die Juniorprofessur IT für die alternde Gesellschaft am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien erforscht insbesondere die Nutzerakzeptanz und Alltagstauglichkeit der Cognitive Village-Lösung und stellt zusammen mit den hier relevanten Unterauftragnehmern der Universität Siegen den Zugang zum Feld für die qualitative und partizipative End-Nutzer Arbeit über alle Projektphasen hinweg sicher. Ebenso werden hier in Zusammenarbeit mit der FhG-FIT und FS innovative IKT-Designs entwickelt, die vor allem in realweltlichen Kontexten die Nutzungspraktiken der Zielgruppe widerspiegeln.

Der Lehrstuhl für Stadtplanung und Planungsgeschichte unterstützt die relevanten Prozesse des Projekts Cognitive Village für ganzheitliche Entwicklungspläne bzgl. der Auswirkungen des demographischen Wandels, insbesondere im ländlichen Raum (Stadt Bad Berleburg).

Der Lehrstuhl für Politikwissenschaft/Sozialpolitik erforscht, wie sich Projektlösungen von Cognitive Village in die kommunale Sozialpolitik einfügen und zu den Demografie-Strategien sozialer Träger und Einrichtungen passen. Welche gesellschaftlich und politisch relevanten Fragen Cognitive Village aufwirft und welche unterschiedlichen Antworten es darauf geben kann, wird ebenfalls untersucht. Für die ethischen und datenschutzrechtlichen Fragen bringt das Forschungskolleg der Universität Siegen (FoKoS) besondere Kompetenzen mit, u.a. durch Mitglieder im Deutschen Ethikrat.

Abschließend sei erwähnt, dass Prof. Gethmann vom FoKoS “Zukunft menschlich gestalten” dem Deutschen Ethikrat angehört und sich im Projekt Cognitive Village vor allem den relevanten ELSI-Aspekten widmen wird, so dass die entwickelten IKT-Lösungen diese wichtigen Rahmenbedingungen jederzeit reflektieren.

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Avinotec wurde 2005 als Spin-off der Fernuniversität Hagen in Siegen gegründet und beschäftigt sich als technischer Dienstleister und mittlerweile Full Service Provider mit der Live-Übertragung von Videos auf das Mobiltelefon. Die Firma Avinotec wird im Projekt in erster Linie die Entwicklung und Anpassung der benötigten Sensoren zusammen mit FS, NOLDUS und den relevanten Partnern der Universität Siegen übernehmen. Ebenso ist Avinotec daran beteiligt, die Übertragung von Sensordaten und der fusionierten Ergebnisse zwischen den verschiedenen Endgeräten sicherzustellen (Daten-Streaming, etc.).

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Die KSG ist ein im Jahr 1949 gegründetes rein kommunales Wohnungsunternehmen, welches in enger Zusammenarbeit mit den Partnern der Universität Siegen projektbezogene Ansätze entwickeln und in der Praxis erproben wird. Des Weiteren wird die KSG im Rahmen der Umsetzungsarbeit als Schnittstelle fungieren, um so den projektspezifischen, notwendigen Zugang zu den Endnutzern zu ermöglichen.

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Die Future-Shape GmbH, Höhenkirchen-Siegertsbrunn, gegründet 2005 von Christl Lauterbach (Managing Director), ist nach der erfolgreichen Entwicklung ihres SensFloor®-Systems bereits seit 2012 mit großflächigen Sensorböden auf dem Markt. Im CogAge-Projekt wird sich die Future-Shape GmbH mit der Entwicklung von so genannten virtuellen Sensoren auf Basis des SensFloor®-Sensorfußbodens beschäftigen. Dabei werden Modelle aus der neuronalen Informationsverarbeitung eingesetzt um aus örtlich und zeitlich hoch aufgelösten Lokalisationsdaten von Personen höherwertige Funktionen abzuleiten, wie zum Beispiel die Erkennung von Abweichungen von dem allgemeinen Aktivitätslevel oder von regelmäßigen Handlungsabfolgen. Aufgrund von solchen Daten können Rückschlüsse auf die Veränderung des allgemeinen Gesundheitszustandes der Personen gezogen werden. Future-Shape wird standardisierte Hardware-Schnittstellen und Datenformate für die virtuellen Sensoren erstellen und diese mit den Sensoren und Auswertealgorithmen der anderen Projektpartner integrieren. Zur Entwicklung und späteren Evaluierung der Verfahren wird Future-Shape eine Wohnung (Living Lab) mit SensFloor® ausrüsten und Zwischen- und Endergebnisse der Entwicklung auf einem interaktiven Display visualisieren. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt wird in der Entwicklung von Geschäftsmodellen zur Vermarktung des Cognitive Village-Konzepts für öffentliche und private Träger sein. Zum Entwurf dieser Geschäftsmodelle werden bekannte standardisierte Verfahren eingesetzt, die auf der Einbindung der jeweiligen Stakeholder, insbesondere der Endnutzer, basieren. Die entwickelten Geschäftsmodelle werden die Basis der späteren Ergebnisverwertung bilden.

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